Der Tanker auf dem Kreuzfahrtschiff 
Mittwoch, 20 Juni, 2012, 16:09 - Allgemein, Persönlich
Es war an meinem letzten Arbeitstag bei OTTO, da rief mich eine Mitarbeiterin zu sich ins Büro: "Dirk, komm mal mit, ich muss dir unbedingt was zeigen!" Ich folgte und beobachtete, wie sie sich ein Platt Papier und einen Marker schnappte und meinte: "Pass mal auf, ich wollte dir mal kurz zeigen, was hier eigentlich passiert ist".

Sie zeichnete dieses:



Dazu erklärte sie: "Kuck mal, das hier, das ist der Tanker OTTO. Ein mächtig großes Schiff. Und der fährt ganz gemütlich in die Richtung, in die er schon immer gefahren bist".

Mit wenigen Strichen wurde die Zeichnung dann ergänzt:



"Und das da, das bist du. In deinem Ruderboot. Und du versuchst und versucht, die Fahrtrichtung des Tankers zu verändern, indem du immer wieder dagegen drückst."

Wieder ein paar Striche:



"Und tatsächlich bewegt sich der Tanker auch ein kleines bisschen!"

Doch nun malte sie einen Kasten um das Bild:



Die Erklärung dazu: "Aber was du nicht wusstest: Der Tanker schwimmt gar nicht auf dem offenen Meer. Sondern in einem Swimming Pool!"

Und so wurde die Zeichnung vervollständigt:



"Und dieser Swimming Pool, der befindet sich auf einem riesigen Kreuzfahrtschiff, der MS Konzern. Tja, und der fährt halt immer noch in die gleiche Richtung!"

Ich muss zugeben, ich habe noch nie eine so zutreffende Visualisierung der Unflexibilität in Konzernen gehört oder gesehen. Es stimmt nämlich: Wenn man wirklich die Richtung ändern will, dann geht das nur auf der Brücke des übergeordneten Systems.
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Endlich mobil. 
Freitag, 1 Juni, 2012, 00:15 - Allgemein, Online-Marketing, Persönlich
Okay, vielleicht gleich die Einschränkung vorweg: Mit der mobilen Darstellung des Blog-Teils meiner Homepage bin ich noch nicht zufrieden. Gar nicht.

Aber dafür ist jetzt wenigstens die Hauptseite auch mobil zu lesen. Geholfen hat mir dabei ein großartiger Service namens bMobilized, mit dem ich in rund 3 Stunden meiner Website mobile Beine gemacht habe. Jetzt läuft eine 7tägige Trial-Periode, danach kostet mich der Service 5 Dollar im Monat. Ein, wie ich finde, mehr als fairer Preis!

Wie findet ihr m.dirk-ploss.de? Feedback ist ausdrücklich erwünscht!
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Acht todsichere Methoden, im Internet (und anderswo) Geld zu verdienen 
Dienstag, 29 Mai, 2012, 21:50 - Marketing, Online-Marketing, Meinung
Inspiriert durch einen Blogpost über GRQ-Methoden (GRQ = Get Rich Quick) im Online Marketing, habe ich noch einmal ein wenig über eine alte Theorie von mir nachgedacht. Nach dieser gibt es exakt acht Methoden, um richtig, richtig viel Kohle zu verdienen. Vorausgesetzt natürlich, man verfügt über die notwendige Portion Skrupellosigkeit.

Im Grunde genommen setzen alle Methoden direkt auf wesentlichen Grundeigenschaften von Menschen auf – und unterscheiden sich vielfach nur in der Ausprägung ihrer Radikalität von klassischen Werbemethoden. Die Hauptmotive, mit denen sich am einfachsten Geld verdienen lässt, sind

Dummheit,
Eitelkeit,
Gier,
Geilheit,
Faulheit,
Eifersucht,
Wut und
Völlerei.



Fühlt sich da etwa jemand an die sieben Hauptlaster (Superbia = Eitelkeit, Avaritia = Habgier, Luxuria = Wollust, Ira = Rachsucht, Gula = Maßlosigkeit, Invidia = Eifersucht und Acedia = Trägheit) erinnert? Nicht doch… Immerhin ist Dummheit erstaunlicherweise kein Laster… Aber ansonsten: Ja. Genau.

Marketing und Werbung funktionieren immer dann besonders gut, wenn sie eines (oder mehrere) dieser Hauptlaster adressieren. Ich selbst kenne nicht wenige Menschen, die sich als „total rational“ bezeichnen – und einen Porsche in der Garage stehen haben, ihre Luxus-Weibchen in Gucci einkleiden und auf Parties gerne mal dem weißen Schnee und sexuellen Obsessionen fröhnen. Alles natürlich wunderbar rational gerechtfertigt…

Haare färben? Nein, das hat nichts mit Eitelkeit zu tun! Das ist eine Business-Notwendigkeit, um seriöser zu wirken! 97 Milliarden US-$ Porno-Umsatz weltweit? Ach, das ist doch nur logischer Ausdruck der Liebe zu seinem Partner… Und All-Inclusive oder Flatrate-Saufen haben gewiss nichts mit Maßlosigkeit zu tun, nein, nein…

Fakt ist: Der Mensch ist schwach. Und wer die Schwäche erkennt, kann sie nutzen. Insbesondere bei den Dummen, denn diese handeln oftmals sogar in guter Absicht – oder aber glauben schlichtweg jedem Versprechen, dass das Ausleben ihrer Laster zu vereinfachen verspricht.

Ein Blick in den eigenen Posteingang (Spamordner) spricht da durchaus Bände… Welche Motive werden denn angesprochen, wenn man mir verspricht, meine Penislänge um 10cm zu steigern? Wenn ein afrikanischer Prinz, den ich nicht kenne, ausgerechnet mir seine 12 Millionen Dollar treuhänderisch anvertrauen möchte? Oder wenn ich einen 249-Dollar-Online-Kurs belegen kann, um „garantiert jede Frau flachzulegen“?

Natürlich sind wir alle vollkommen unempfindlich für derzeit Versprechen. Sicher. Sicher?

Warum sind wir bei facebook? Ach so, ja, klar, wegen der „Kontakte zu alten Freunden, die wir schon lange aus den Augen verloren haben“. Aha. Aber warum achten wir dann auf Likes und Anzahl der Kommentare? Warum gibt es Dienste wie Klout? Warum macht unser Herz einen Sprung, wenn wir in einem Posting eines Anderen erwähnt werden? Tja, äh… Genau. Weil wir alle verdammt eitel sind.

Und es juckt uns _niemals_ in den Fingern, wenn wir Bücher wie „Die 4-Stunden-Arbeitswoche“ lesen. Neeein…

Wir schauen auch immer brav weg, wenn es irgendwo einen Autounfall gab, unser Puls ist bei den Katastrophenmeldungen der tagesschau immer am ruhigsten und einer gut gebauten Frau auf den Hintern zu glotzen käme uns natürlich nie in den Sinn.

Sorry, aber Fakt ist: Wir alle sind zu einem gewissen Grad dumm, wir alle ticken nach denselben Grundmotiven (Dominanz, Stimulanz und Balance, das jedoch werde ich in einem späteren Posting mal näher beleuchten) und wir alle tragen mindestens die Veranlagung dieser Hauptlaster mit uns herum. Und genau deshalb wird die GRQ-Methode immer wieder und immer weiter Erfolg haben…


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Warum dem agilen Marketing die Zukunft gehört 
Donnerstag, 24 Mai, 2012, 08:56 - Marketing, E-Commerce, Online-Marketing, Meinung
Einen der besten Artikel, die ich in letzter Zeit zu Marketingthemen gelesen habe, findet man derzeit bei iMediaConnection. Darin geht es, vereinfacht gesagt, um die Adaption der Methoden der agilen Softwareentwicklung für das Marketing.

Warum sollte man dies tun?

Eines der Kernprobleme des heutigen Marketings liegt unter andrem in der Langsamkeit der Lehre. Was Studenten heute an den Universitäten und FHs lernen, ist Wissen von gestern - wenn sie Glück haben. Wir leben in exponentiellen Zeiten und weder Forschung noch Lehre können auch nur annähernd mit der Geschwindigkeit mithalten, die die Marketing-Praxis aufweist und erfordert. Vorlesungen zu Customer Journey Analysen? Fehlanzeige. Zu Affiliate und Social Media Marketing? Eher Mangelware. Aber leider essenzielles Wissen, um im Marketing der aktuellen Zeit bestehen zu können.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die extrem langsamen, auf maximale Sicherheit hin optimierten Prozesse und Entscheidungswege in Unternehmen. Hätte ich während meiner Zeit bei Otto nicht einiges "unter dem Radar" und ohne Einbindung der "zuständigen Gremien und beteiligten Stakeholder" umgesetzt - es wäre nie umgesetzt worden. Aus irgendeinem Grund versucht man in größeren Unternehmen immer, möglichst "alle ins Boot zu holen" - und das frisst Zeit. Zeit, die wir nicht haben.



Agiles Marketing ist aus meiner Sich nichts anderes als eine schlichte Überlebensnotwendigket. Die rasante Entwicklung der Technologie, das exponentielle Wachstum der technischen Möglichkeiten und nicht zuletzt die totale Vernetzung der Kunden zwingen uns dazu, schneller und in kürzeren, iterativen Zyklen Marketing zu betreiben.

Das Arbeiten in kleinen taktischen Einheiten, die sich durch eine wechselnde und abteilungsübergreifende Struktur auszeichnen und sich von einem kurzfristigen Ziel zum nächsten vorarbeiten (analog der "Sprints" aus der agilen Softwareentwicklung) wird in nicht allzu ferner Zukunft zum Standard gehören. Heute tut es das noch nicht. Denn ein solches Vorgehen funktioniert nicht in bürokratisch strukturierten Systemen, in denen "Prozesssicherheit" (gemeint sind damit Terminpläne, Prozessketten und Abstimmungs- sowie Freigabeschleifen) die Hauptrolle spielen.

Ich bin mir sicher, dass agiles Marketing kommen wird. Die Frage ist nur: Wann?

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Kleider sind keine Fernseher 
Dienstag, 22 Mai, 2012, 23:34 - Marketing, E-Commerce, Online-Marketing
Gerade eben habe ich ihn bei SlideShare online gestellt, meinen kurzen Impulsvortrag vom gestrigen Webmontag. Titel: "Kleider sind keine Fernseher - von Irrtümern und Halbwahrheiten". Fotos vom Webmontag findet ihr übrigens hier.

Im Wesentlichen geht es mir in diesem Vortrag darum, dass wir trotz einer gefühlten Reife im Online Marketing immer noch von allzu vielen Halbwahrheiten, Mythen und handfesten Irrtümern geleitet werden.

Den fast gleichen Vortrag habe ich vor zwei Wochen schon einmal gehalten, nämlich beim Online Handelskongress in Frankfurt. Da war er allerdings noch doppelt so lang und hatte auch deutlich mehr OTTO-Anteil; schließlich ging es dort auch um "die größte Nische der Welt" (also Mode für die breite Masse in der Mitte der Gesellschaft) und die Marketing-Erfolgsgeheimnisse von OTTO.

Wer mag, kann sich auch diesen Vortrag natürlich bei SlideShare anschauen.
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